FORL

feline odontoklastische resorptive Läsionen

heißt zu deutsch: bei Katzenartigen vorkommende, durch zahnsubstanzabbauende Zellen verursachte, auflösende Verletzung.

Hört sich ziemlich schlimm an – ist es auch!!!

Warum katzenartige Tiere daran leiden, weiß man bis heute nicht ganz genau. Aber wir wissen, dass es diese Erkrankung schon seit Hunderten von Jahren gibt und, dass es sie auch bei wildlebenden Katzen, auch bei Großkatzen wie Tiger und Löwe gibt. Kann also keine reine Zivilisationskrankheit sein.

Fakt ist, dass es zwei verschiedene Formen gibt. In beiden Fällen fangen körpereigene Zellen an, die Zahnsubstanz abzubauen.
Dummerweise beginnt diese Erkrankung im Zahnzement, der innen im Zahn liegt. Erst im Endstadium der Erkrankung wird auch der Zahnschmelz, also der für uns sichtbare Teil des Zahns abgebaut und es können kleine Löcher in den Zähnen, die vornehmlich am Zahnfleischrand (leider auch manchmal unterhalb des Zahnfleischsaums und daher weder für Besitzer, noch für Tierarzt beim reinen Anschauen zu sehen) entstehen.

Sobald die Pulpahöhle (also der Teil des Zahns, in dem sich der Nerv befindet) betroffen ist, oder durch einen Defekt des Zahnschmelzes ein Durchbruch zur bakterienkontaminierten Mundhöhle gegeben ist, wird die Sache ernsthaft schmerzvoll. Wenn der geneigte Katzenliebhaber nun denkt, dass die Katze dadurch ein verändertes Fressverhalten zeigt, müssen wir dies hier leider in vielen Fällen verneinen. Schmerz wird erst geäußert wenn es gar nicht mehr, aber auch wirklich gar nicht mehr anders geht. Fragt sich der Leser nun, wie man denn diese heimtückische Krankheit erkennen will, lautet die Antwort: dentales Röntgen. Hierbei wird eine kleine Sonde im Maul platziert, die wie beim konventionellen Röntgen einer Röntgenstrahlung ausgesetzt wird. Innerhalb von ca. 15 Sekunden wird dann ein Bild des Zahns mit Wurzel am Computer sichtbar. Und ja, dafür muss man das Tier schlafen legen. Und ja, wir sind der Meinung, dass das Aufspüren schmerzhafter Erkrankungen dies rechtfertigt.

Theoretisch müsste man jetzt jede Katze ab einem bestimmten Alter (statistisch gesehen leidet jede 2. Katze über 5 Jahren an einer Form der FORL) dentalröntgenologisch untersuchen. Das geht selbst uns zu weit. Jedoch sind wir bestrebt, kleinste Hinweise wahrzunehmen und Sie als Besitzer darauf hinzuweisen. Solche Tiere, auch die, die nur minimale Veränderungen am Zahnfleisch haben (häufig ist der erste Hinweis eine dezente Rötung/Entzündung des Zahnfleischs am Zahn P3 im Unterkiefer) sollten jedoch einem Röntgen unterzogen werden.

Leider gibt es keine zahnerhaltende Therapie! Je nach Form der FORL wird entweder der komplette Zahn mitsamt der Wurzel gezogen, oder die Zahnkrone wird amputiert und die Wurzel verbleibt ohne Komplikationen zu bereiten im Kiefer.
Über das genaue Vorgehen in einem solchen Fall informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.