FIC

feline idiopathische Cystitis

zu deutsch: Blasenentzündung der Katzenartigen und keiner weiß wo´s herkommt.

Was so nicht mehr ganz richtig ist, weil wir mittlerweile schon eine Ahnung haben, dass die Hauptursache dieser unerfreulichen Krankheit Stress heißt (Hauptursache, weil in der Regel verschiedene Faktoren zusammenkommen müssen, damit sich das Krankheitsbild in seiner vollen Ausprägung zeigt).

Da wir aus Erfahrung wissen, dass die Reaktion des passionierten Katzenliebhabers auf unsere Behauptung seine Katze sei Stress ausgesetzt zwischen hochgradiger Empörung und tiefer Betroffenheit rangiert, kommen wir später noch einmal darauf zurück.
Erstmal die medizinischen Fakten:

Die feline idiopathische Cystitis ist eine schmerzhafte Blasenentzündung der Katze die in den allermeisten Fällen OHNE bakterielle Beteiligung entsteht. In manchen Fällen können im Urin Kristalle nachgewiesen werden, was die Sache zusätzlich verkompliziert und bei Katern auf Grund der sehr engen Harnröhre auch zu Verlegungen Derselbigen führen kann und damit zu einem echten Notfall.
Katzen die einmal eine FIC hatten haben ein hohes Risiko in regelmäßigen Abständen immer wieder davon heimgesucht zu werden.
Die an FIC erkrankte Katze setzt in Kleinstmengen immer wieder Urin ab, häufig unter Schmerzäußerung und an für die Katze untypischen Orten (gerne frisch gewaschene Wäsche im Korb oder Betten). Der Urin ist nicht selten auch für den Besitzer deutlich erkennbar blutig.

Die Diagnose der FIC wird anhand von Urinuntersuchungen (es gibt übrigens hervorragende Hilfsmittel um an den Urin der Katze zu gelangen) und der Vorgeschichte gestellt. In seltenen, hartnäckigen Fällen wird eine bakteriologische Untersuchung eingeleitet, nachdem zuvor unter Ultraschallkontrolle und einer sanften Beruhigung Urin über die Bauchdecke steril aus der Blase entnommen wurde.
Die medikamentöse Grundtherapie besteht aus Entzündungshemmung und Schmerzlinderung, keinesfalls Antibiotika ohne vorherige bakteriologische Untersuchung!

Bei vielen Katzen reicht diese Behandlung aus. Wir möchten hier jedoch betonen, dass keine FIC als ausgeheilt gilt, wenn nicht eine Abschlußuntersuchung des Urins mit negativem Befund stattgefunden hat.

Bei einigen Katzen reicht diese Behandlung jedoch leider nicht aus um zu einer dauerhaften Beseitigung des Problems zu führen. Die Katzen werden entweder immer wieder erneut vorstellig wegen wiederholter Entzündung oder heilen einfach erst gar nicht aus.
Hier muss man mit Kenntnissen von Katzenverhalten fundiert an den Lebensbedingungen der Katze „feilen“. Wichtig sind hierbei ein hervorragendes Toilettenmanagement (wo würden Sie sich lieber erleichtern? Im gemütlichen, sauberen, intimen Bad zu Hause oder im Dixi-Klo??), ein ausgewogenes Fütterungsmanagemant (aktivity feeding), falls nötig Gewichtsabbau, ein an das Katzentrinkverhalten angepasstes Trinkreservoir und last but not least ein konsequentes Stressvermeidungsmanagement! (Wozu die vorgenannten Maßnahmen eigentlich auch schon zählen.)

Und da wären wir beim Thema Stress:
Stress kann durch unbewusste Haltungsfehler entstehen wie schlechtes Toilettenmanagement, nicht sozial-kompatiple Katzen im Mehrkatzenhaushalt, schlechtes Fütterungs- oder Bewegungsmanagement u.v.m.
Es gibt aber auch Einflüsse, auf die der Besitzer keinen Einfluß hat, wie neue Katzen in der Nachbarschaft (spielen auch bei reinen Wohnungskatzen eine Rolle – es gibt ja Fenster), Baustelle in der Nachbarschaft, neuer Hund eine Wohnung drüber….
In solchen Fällen kann man versuchen mit Pheromontherapie oder Futterzusatzmitteln, die in Form von Milcheiweißen einen beruhigenden Effekt haben sollen ein wenig Linderung zu schaffen. In seltenen Fällen ist es sogar unumgänglich Psychopharmaka wie Amitriptylin oder Clomicalm einzusetzen. Hauptziel sollte es aber immer sein, die Ursachen so gut als möglich abzuschaffen oder unsichtbar zu machen.